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Wärmepumpen, Heizstäbe

evcc unterstützt unterschiedliche Arten von Wärmeerzeugern. Einfache Geräte wie Heizlüfter oder Ventilatoren können über smarte Schalter ein-/ausgeschaltet werden. Auf dieser Seite erfährst du, wie du auch Wärmepumpen oder Heizstäbe direkt steuern kannst.

Einrichtung

Richte deine Wärmepumpe oder deinen Heizstab direkt über die Weboberfläche unter Konfiguration → Laden & Heizen ein. Alle hier aufgelisteten Geräte sind über die Oberfläche auswählbar.

Wärmepumpen

Viele Wärmepumpen unterstützen das SG-Ready-Modell, um ihren Betrieb an die lokale Energiesituation anzupassen. Damit lassen sich bis zu vier vordefinierte Szenarien ansteuern. Neben dem Normalbetrieb kann von außen ein verstärkter Betrieb (Boost) und ein reduzierter Betrieb (Dim) signalisiert werden.

Ist Überschussstrom vorhanden oder der Netzstrom besonders günstig bzw. sauber, kann evcc die Wärmepumpe in den Boost-Betrieb schalten. Für den Dim-Betrieb wird die Leistungsaufnahme gesenkt — nützlich bei Netzengpässen oder im Rahmen von § 14a EnWG.

Direkte Kommunikation

Viele moderne Wärmepumpen bieten API-Schnittstellen, über die nicht nur der Betriebsmodus gesetzt, sondern auch der Zustand abgefragt werden kann (Leistungsaufnahme, Temperaturen …). Sollte deine Wärmepumpe eine noch nicht unterstützte Schnittstelle haben, erstelle gerne ein GitHub Issue.

Über Relais-Kontakte

Ältere Wärmepumpen haben oft SG-Ready Relais-Kontakte, über die der gewünschte Betriebszustand signalisiert werden kann. Dafür werden steuerbare Relais verwendet, z. B. Shelly 1.

Die Relais werden mit den SG-Ready Kontakten der Wärmepumpe verbunden. Die genaue Verkabelung, die notwendige Logik und auch die Konfiguration hängt vom Gerät ab und sollte in Absprache mit dem Installateur erfolgen. Ist PV-Überschuss oder günstige Energie vorhanden, schaltet evcc die Relais und gibt der Wärmepumpe das Signal für den gewünschten Betriebsmodus. Letztendlich entscheidet das Gerät abhängig vom aktuellen Betriebszustand und seiner Konfiguration immer selbst, ob und wieweit es diesem Wunsch auch tatsächlich entsprechen wird.

Das folgende Diagramm zeigt den Aufbau mit einem einzelnen Relais für den Boost-Modus:

Diagramm für die Steuerung einer Wärmepumpe über ein SG-Ready Relais

Möchtest du die Leistung und den Energieverbrauch der Wärmepumpe genau erfassen, kannst du optional einen Zähler an der Stromversorgung des Geräts installieren. Dies empfiehlt sich fast immer, da die intern ermittelten Daten bei vielen Modellen auf Schätzwerten basieren oder nicht den Energiebedarf aller Komponenten erfassen. Im Diagramm ist ein Shelly 3EM dargestellt, hier kann aber ein beliebiger Zähler verwendet werden.

Unterstützte Geräte

Konfiguration über SG-Ready Relais

Konfiguration mit Boost-Relais

Dieses Code-Beispiel zeigt, wie du eine Wärmepumpe mittels Shelly 1 für den Boost-Modus und Shelly 3EM zur Leistungsmessung konfigurieren kannst. Dafür kommt der Typ sgready-relay zum Einsatz.

loadpoints:
- title: Meine Wärmepumpe
charger: heatpump_control
meter: heatpump_power
# Hier können auch die bekannten Parameter für loadpoints angegeben werden,
# insbesondere auch um zu kurze Laufzeiten zu verhindern, z. B.
enable:
threshold: -1300 # aktivieren bei 1.300 W Überschuss für 5 Minuten
delay: 5m
disable:
threshold: 150 # deaktivieren bei 150 W Netzbezug für 20 Minuten
delay: 20m # manche Geräte benötigen eine Mindestlaufzeit pro Start (prüfe Spezifikation / Handbuch deiner Wärmepumpe)
meters:
- name: heatpump_power
type: template
template: shelly-3em # Stromverbrauch der Wärmepumpe
host: 192.168.0.102
chargers:
- name: heatpump_control
type: sgready-relay
boost: # Relais für den Boost-Kontakt
type: template
template: shelly
host: 192.168.0.101
# temp: # aktuelle Temperatur (optional)
# source: http
# uri: "http://192.168.0.103/temperature"
# limittemp: # Geräte-internes Temperaturlimit (optional)
# source: http
# uri: "http://192.168.0.103/limittemp"
# [...]

Konfiguration mit Boost- und Dim-Relais

Wenn deine Wärmepumpe sowohl den Boost- als auch den Dim-Modus unterstützt, kannst du ein zweites Relais für den Dim-Kontakt konfigurieren. Im Dim-Modus wird die Leistungsaufnahme der Wärmepumpe reduziert. Das ist nützlich, um bei Netzengpässen oder im Rahmen von § 14a EnWG die Leistungsaufnahme zu begrenzen.

Du kannst entweder zwei separate Relais verwenden oder ein Relais mit mehreren Kanälen (z. B. Shelly mit verschiedenen channel-Werten). Neben Shelly sind auch andere steuerbare Relais möglich.

chargers:
- name: heatpump_control
type: sgready-relay
boost: # Relais für den Boost-Kontakt
type: template
template: shelly
host: 192.168.0.101
dim: # Relais für den Dim-Kontakt (optional)
type: template
template: shelly
host: 192.168.0.102
# power: # Leistungsmessung (optional)
# source: http
# uri: "http://192.168.0.103/power"
# energy: # Energiemessung (optional)
# source: http
# uri: "http://192.168.0.103/energy"
# temp: # aktuelle Temperatur (optional)
# source: http
# uri: "http://192.168.0.103/temperature"
# limittemp: # Geräte-internes Temperaturlimit (optional)
# source: http
# uri: "http://192.168.0.103/limittemp"

Optional kannst du auch die aktuelle Temperatur (temp), das Geräte-interne Temperaturlimit (limittemp), Leistung (power) und Energie (energy) via Plugin hinzufügen. Diese dienen lediglich zur Anzeige und werden bei Wärmepumpen nicht für die Steuerung verwendet.

Statusanzeige

Da Wärmepumpen ihren eigenen Heizbetrieb unabhängig von evcc steuern, zeigt die Oberfläche zwei Zustände:

  • Normalbetrieb – kein Eingriff, die Wärmepumpe folgt ihrer eigenen Regelung.
  • Boost aktiv – Empfehlung zur Leistungserhöhung. Solange die Wärmepumpe noch nicht reagiert hat (z. B. wegen Mindestlaufzeiten oder Sperrzeiten), wird „Boost angefordert…“ angezeigt.

Bei vorkonfigurierten Wärmepumpen-Typen und passenden Templates sind die nötigen Feature-Flags bereits gesetzt. Bei eigenen Konfigurationen über type: custom solltest du die passende Kombination aus integrateddevice, heating, continuous und ggf. switchdevice setzen.

Heizstäbe

Normale Heizstäbe können von evcc nur an- oder abgeschaltet werden. Dazu werden diese in der Regel über eine schaltbare Steckdose angeschlossen. evcc aktiviert dann bei ausreichend Überschussleistung diese Steckdose (Freigabe) und deaktiviert diese wieder sobald die Bedingungen es erfordern (Sperre).

Bei speziellen Heizstäben mit eigener stufenloser Steuerung gibt evcc die aktuell verfügbare Leistung an das Gerät weiter. Diese verfügbare Leistung wird, analog zum Ladevorgang eines Fahrzeuges, permanent an die aktuelle Situation angepasst.

evcc bietet einstellbare Limits, mit denen du optional deine Wunschtemperatur einstellen kannst. Dies darf aber nicht als Sicherheitsfunktion verstanden werden. Normalerweise sollte die Temperaturregelung ausschließlich über die Thermostatfunktion des Heizstabs selbst erfolgen.